Interview: So entsteht ein Buch!

interview

Das kleine Buchmonster mit der Verlegerin Andrea Poßberg

Das Knistern von knusprigen Seiten, der Duft von frischer Druckerschwärze und der Glanz neuer Bucheinbände – das Buchmonster liebt frische Bücher. Aber wo kommen die eigentlich her? Das hat das Buchmonster Andrea Poßberg vom Kinderbuchverlag „Südpol“  gefragt. Sie muss eine Antwort haben, denn Verlage produzieren schließlich immer wieder neue Bücher.

 

Buchmonster: Ich esse tonnenweise Bücher – ganz besonders gern Neuerscheinungen. Aber wie entsteht so ein frisches Buch?

Andrea Poßberg: Wir bekommen Manuskripte von Autoren zugeschickt. Manuskripte sind Ideen oder fertige Geschichte, aus denen neue Bücher werden sollen. Die Manuskripte lesen wir erst einmal alle. Das ist der schönste Teil der Arbeit in einem Verlag. Jedes Manuskript ist eine Wundertüte mit vielen Überraschungen.

Buchmonster: Wie viele Ideen für neue Bücher landen in Ihrem Briefkasten?

Poßberg: Das schwankt. Manchmal bekommen wir zwei Manuskripte am Tag, manchmal aber auch 20 Stück.

Buchmonster: Wer entscheidet dann, aus welcher Geschichte tatsächlich ein Buch wird?

Poßberg: Meine Kollegin, ich und eine Lektorin* lesen alle Geschichten. Nur wenn wir alle drei eine Geschichte richtig gut finden, dann wird ein Buch daraus.

Buchmonster: Was für Geschichten finden Sie gut?

Poßberg: Die Geschichte muss uns beim Lesen Spaß bringen, der Schreibstil muss uns überzeugen und das Thema der Geschichte sollte interessant und ungewöhnlich sein. Wir möchten Geschichten zu Büchern machen, die es so noch nicht hundertfach gibt.

Buchmonster: Also darf über das Thema der Geschichte noch nie geschrieben worden sein?

Poßberg: Es kommt darauf an. Wir haben jetzt zum Beispiel auch ein Pferdebuch veröffentlicht, obwohl es Pferdebücher wie Sand am Meer gibt. Aber dieses Pferdebuch ist anders. Es ist eher ein Abenteuerbuch. Die Geschichte zieht einen richtig in den Bann. Das Wichtigste ist für uns bei der Auswahl von Geschichten, dass Kinder beim Lesen unserer Bücher Spaß haben.

Buchmonster: Dürfen Kinder bei der Auswahl neuer Bücher auch mit entscheiden?

Poßberg: Es gibt Kinder, die unsere Bücher lesen und uns ihre Meinung sagen – sogenannte Testleser. Bisher ist auch noch kein Buch bei den Testlesern durchgefallen. Das Buch „Cleo und der total (un)coole Kuchenclub“ hat zum Beispiel meine Tochter für uns gelesen. Sie war zum Glück begeistert.

Buchmonster: Wie wird aus einer Geschichte denn ein richtiges Buch?

Poßberg: Wenn wir uns für eine Geschichte entschieden haben, sprechen wir mit dem Autor und dann suchen wir einen Illustrator, der die Bilder zu der Geschichte zeichnet.

Buchmonster: Wie geht es dann weiter?

Poßberg: Die Geschichte wird lektoriert*. Dann  wird sie auf Rechtschreibfehler korrigiert und gesetzt. Dabei werden der Text und die Illustrationen auf den Buchseiten angeordnet. Danach schicken wir alles zu einer Druckerei. Es dauert zwei bis drei Wochen bis das Buch fertig gedruckt ist. Und dann werden die Bücher an die Buchhandlungen geschickt.

Buchmonster: Gibt es dann eine Party für das neue Buch?

Poßberg: Wir freuen uns riesig, wenn das fertige Buch ankommt. Wir stoßen dann darauf an.

*Eine Lektorin oder ein Lektor sind Personen, die für Verlage arbeiten und neue Bücher auswählen. Außerdem sorgen sie dafür, dass die Bücher spannend und fehlerfrei sind.

*Lektorieren bedeutet unter anderem, dass überprüft wird, ob eine Geschichte logisch und verständlich ist.

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