Goldene Bücher am Meeresboden – hat das Monster das Geheimnis gelöst?

Das kleine Buchmonster hält Ausschau nach dem goldenen Meer

Das kleine Buchmonster hält Ausschau nach dem goldenen Meer

Oh, was kitzelt denn da so?, denkt sich das kleine Buchmonster und streckt seine kurzen Arme und Beine von sich. Unter sich spürt Knoblauch feine Sandkörnchen – nicht auf seinem gemütlichen Dachboden in einer Bücherkiste, sondern in Brasilien hat es geschlafen. Dann flattert das kleine Ungeheuer mit seinen Ohren und schüttelt sich. War das alles nur ein Traum, was es in den letzten Stunden erlebt hat? Ungläubig blickt Knoblauch nach obne und sieht zwischen Palmwedeln graue Wolken. Es ist zwar immer noch heiß, aber es tropft vom Himmel. Die ersten Regensprenkel haben Knoblauch zurück an den Strand geholt. Wie ärgerlich, denkt das Monster.

Denn das kleine Ungeheuer war im Schlaf über das Meer geflogen – die Ohren weit ausgebreitet hatte es sich vom Wind über das endlose Blau treiben lassen. Unter ihm Ruderboote, goße Dampfer und Fische, die über die Wellen sprangen. Und dann ist das Ubglaubliche passiert: Das Meer fing an zu glühen. Ganz bestimmt!

Knoblauch flog näher an das goldene Wasser heran. Ganz vorsichtig, denn was so glüht könnte furchtbar heiß sein. Doch es blieb angenehm kühl und Knoblauch erkannte, was so glühte: Goldene Münzen, Goldbarren, Ketten voll glitzernder Diamanten und Haufenweise Diademe. Sogar ein goldene Regal mit Büchern aus purem Gold. Alles angehäuft am Meeresgrund.

In seinem Traum hatte es endlich das goldene Meer aus der brasilianischen Kindergeschichte, die es auf dem Dachboden gefunden hatte, entdeckt. Um das goldene Meer zu sehen ist das kleine Monster extra bis nach Brasilien geflogen – 14 Stunden mit dem Flugzeug, versteckt in einem Rucksack. Ein so guter Detektiv bin ich also, dachte Knoblauch zufrieden im Schlaf.

Doch dann kitzelte ihn ein Regentropfen an der Nase, das kleine Monster wurde wach und muss feststellen: Das Meer ist immer noch so blau, verziert mit weißen Schaumkrönchen wie schon am Nachmittag zuvor. Es muss lange geschlafen haben, nachdem es die köstliche Maracuja gegessen hat, denn es ist bereits ganz hell.

Hier ist das goldene Meer also nicht. So etwas Blödes, zu gern hätte Knoblauch den großen Buchmonster in Deutschland ein paar goldene Bücher mitgebracht. Und jetzt? Knoblauch muss weitersuchen – aber woanders. Brasilien ist schließlich 22 Mal so groß wie Deutschland. Da wird es das goldene Wasser schon irgendwo finden.

Das kleine Buchmonster fliegt los, um weiter nach dem goldenen Meer zu suchen

Das kleine Buchmonster fliegt los, um weiter nach dem goldenen Meer zu suchen

Das kleine Monster rappelt sich auf, schüttelt die Regentropfen von seinen Flugohren und hebt langsam ab. Da entdeckt es auch schon ein paar Leute mit riesigen Rucksäcken, die vor einem Bus warten. Perfekt, in einem Rucksack ist bestimmt noch Platz für ihn. Das Ungeheuer landet ganz leise auf einem besonders großen Gepäckstück, lockert eine Schnalle und krabbelt unter die Klappe. Darunter macht er es sich auf einem Handtuch gemütlich.

Was die Rucksackträger reden versteht Knoblauch nicht. Das ist bestimmt portigiesisch, die Sprache, die die Menschen hier in Brasilien sprechen, denkt Knoblauch. Dann rumpelt es, er wird in dem Rucksack hin und her geworfen, kann sich grade noch an einer Schnalle festklammern. Buff! Etwas knallt laut, dann ist alles um das Monster herum dunkel und der Rucksack fängt gleichmäßig an zu ruckeln.

Knoblauch ist wohl in der Gepäckklappe des Bus gelandet. In das Handtuch gekuschelt döst er schon bald wieder ein. Wo die Reise wohl hingeht? Vielleicht gibt es die goldene Bücher ja doch, denk das kleine Monster im Halbschlaf.

So geht’s weiter:

Teil 5: Ein Bücherwaggon, böse Hexen in Brasilien und das Honigmeer

Teil 6: Piraten, Goldschätze und ganz viel Sonne

Hier die vorherigen Teile der Brasilien-Abenteuer des kleinen Buchmonsters:

Teil 1: Ein kleines Buchmonster reist zum goldenen Meer

Teil 2: Frische brasilianische Bücher nach 16 Stunden im Himmel

Teil 3: Ekelige Schlaffrüchte und Kokosnüsse mit Strohhalm

Geschrieben von Sonja Gillert.