Als mitten in Berlin eine riesige Mauer stand

Wie war das mit der Mauer?Kannst du dir vorstellen, dass in deiner Stadt plötzlich eine Mauer gebaut wird? Straßen und Häuser werden durch sie geteilt und du darfst nur noch auf einer Seite der Stadt leben und nicht mehr zu deinen Freunden ein paar Straßen weiter gehen. Das ist im Jahr 1961 in Berlin passiert. Die Stadt wurde in zwei Teile geteilt – der Osten der Stadt gehörte dann zu einem Land, das es heute nicht mehr gibt und DDR hieß und der Westen zur Bundesrepublik Deutschland. Wie es dazu kommen konnte, und wie die Menschen in der DDR gelebt haben, erklärt Verena Glanos mit vielen Beispielen in ihrem Buch „Wie war das mit der Mauer?“. Sie erzählt die Geschichte von Paul und Peter. Das sind zwei Freunde, die durch die Mauer getrennt wurden. Peter hat im Westen und Paul im Osten Berlins gelebt.

Wenn die Menschen in Ostberlin damals ihre Freunde im Westen besuchen wollten, war das sehr kompliziert und wurde ihnen oft nicht erlaubt. Denn die Regierung in Ostberlin hatte Angst, dass die Menschen nicht zurückkommen würden. In dem Ostteil der Stadt hatten die Bewohner nämlich weniger Rechte als im Westen. Wenn sie laut sagten, dass ihnen das nicht gefällt, wurden sie sogar manchmal verhaftet.

Wie war das mit der Mauer? Der Alltag von Peter im Westen und Paul im Osten der Stadt war ganz verschieden: Paul durfte zum Beispiel bestimmte Musik nicht hören, die bei Peter im Westen der Stadt im Radio lief. Außerdem gab es im Osten teilweise andere Lebensmittel als im Westen. Was noch alles anders war, zum Beispiel in der Schule und der Freizeit beschreibt Verena Glanos in ihrem Buch.

Paul und viele andere Menschen im Osten wurden nach dem Bau der Mauer immer unzufriedener und wollten mehr Freiheiten, beispielsweise Reisen wann und wohin sie wollen. Viele Menschen haben deswegen versucht in den Westen zu fliehen – durch Tunnel, über das Meer und in Autos. In dem Buch erfährst du auch, wie sie das gemacht haben.

Immer mehr Menschen, die unglücklich waren, haben im Jahr 1989 dann gegen die Mauer demonstriert. Mit Erfolg! Am 9. November 1989 wurden die Durchgänge in der Mauer ganz plötzlich wieder geöffnet und es gab ein riesiges Freudenfest, als die Menschen aus dem Osten wieder in den Westen reisen durften. Dieses Ereignis wird „Fall der Mauer“ genannt. Später wurde die Mauer sogar abgebaut.

Wie war das mit der Mauer?Das ist jetzt 25 Jahre her. Um sich an diesen Tag zu erinnern feiern viele Menschen in Berlin am 9. November wieder eine große Party. Es wurden dafür in der Stadt, dort wo die Mauer verlief, Straßenlaternen aufgestellt und am Brandeburger Tor wird ein Fest veranstaltet. Durch dieses Tor konnte niemand hindurch gehen, als Deutschland noch geteilt war. Denn auf der einen Seite des Tors lag Ostberlin und auf der anderen Westberlin.

Wie es für Paul und Peter war, als sie endlich wieder durch das Tor gehen durften und sich wiedersehen, erfährst du in dem Buch „Wie war das mit der Mauer?“ Außerdem kannst du dort lesen, wie echte Menschen in Ostberlin gelebt haben. Dazu gibt es viele Zeichnungen und Fotos.

Noch ein Tipp: Wenn du einmal in Berlin bist, kannst du dir genau anschauen, wo die Mauer früher stand, denn es gibt Markierungen auf dem Boden. Außerdem kannst du in Museum, wie dem „Museum am Checkpoint Charlie“, noch mehr über das Leben in West- und Ostberlin erfahren.

Wie war das mit der Mauer? logo! erklärt, wie Deutschland geteilt und wieder vereint wurde(Verena Glanos), Boje, 134 Seiten, 9,99 Euro, ab 9.